Unsere Vikarin Octavia von Roeder stellt sich vor

„Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.“

Am 1. März 2020 habe ich mein Vikariat in der Kreuzgemeinde begonnen. Der Start gestaltete sich durch Covid-19 anders als gedacht. Das Vikariat ist so aufgebaut, dass die ersten paar Monate schwerpunktmäßig in der Schule verbracht werden sollen, um zu lernen Religion zu unterrichten. Und diese schlossen, just als ich ankam, ihre Pforten.

Umso mehr freue ich mich, dass nun endlich wieder Gottesdienste stattfinden können und ich die Gemeinde Stück für Stück kennenlernen darf.

Ein paar Worte zu mir: Mein Name ist Octavia von Roeder, ich bin 29 Jahre alt, frisch verheiratet und komme ursprünglich aus der Nähe von Offenburg. Dort bewirtschaften meine Eltern ein Weingut, meine drei Geschwister und ich wuchsen so inmitten von Weinpressen und Weinproben auf.

Nach dem Abitur verbrachte ich ein Jahr als weltwärts-Freiwillige in Südindien, in einem Frauen- und Kinder - Beratungszentrum. Die dort gesammelten Eindrücke, die Vielzahl von Traditionen, das unmittelbare Nebeneinander von Armut und Reichtum, die Konfrontation mit dem, was mir fremd war, brachten mich letztlich dazu, Theologie zu studieren.

Das Studium führte mich zunächst nach Leipzig und Berlin, von dort aus ging es weiter nach Jerusalem, wo ich gemeinsam mit katholischen TheologiestudentInnen in der Dormitio Abtei, einem deutschen Benediktinerkloster, lebte und studierte. Im Studium habe ich mich besonders für das Alte Testament begeistert. Gerade die Studien des Alten Testaments bieten sich besonders zur interdisziplinären Zusammenarbeit an, und so hatte ich das Glück, Teil einer Grabung der University of Tel Aviv sein zu dürfen. Mit einem internationalen Team konnte ich so einige Wochen direkt auf der Ausgrabung in Ashdod-Yam, nahe des Gaza Streifens verbringen

Ich habe die Studienzeit sehr geschätzt, das Zusammenkommen verschiedenster Menschen, die sowohl persönliche, als auch akademische Auseinandersetzung mit Glauben.

Auch verschiedene Orte kennenzulernen und zu erleben, wie Kirche und Glauben gerade Städte wie Leipzig, Berlin und Jerusalem geprägt hat und nach wie vor prägt, hat mich begeistert.

Für das Examen zog es mich zurück in den Süden, vergangenen Dezember 2019 habe ich in Heidelberg mein 1. theologisches Examen abgelegt.

Nach diesem „Examensjahr“, in dem ich maßgeblich in der Bibliothek gelebt habe, freue ich mich umso mehr Ihnen allen zu begegnen und statt nur aus Büchern, auch von Menschen zu lernen.

Nun freue ich mich sehr auf die zwei Jahre, die ich an diesem wunderschönen Fleckchen Erde verbringen darf. Ich freue mich, von Ihnen zu lernen und in die Rolle der Pfarrerin mehr und mehr hineinzuwachsen. Die Ausbildung wird immer wieder durch theoretische Phasen im Predigerseminar in Heidelberg ergänzt.